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Power-Alarm! by Steffi Kammerer, Christina Libuda | 8. März 2019 | Personalities

Frauen, die die Welt bewegen: Auf den folgenden Seiten stellen wir unsere ganz persönlichen Favoriten vor. Jeweils eine Vorreiterin und ihre Nachfolgerin, die den Stab in die Zukunft trägt. Visionärinnen aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Politik, Medien, Sport, Kunst und Mode.

 

Politik – Seit 2011 ist die französische Rechtsanwältin Christine Lagarde Geschäftsführerin des Internationalen Währungsfonds in Washington – der globalen Finanzorganisation mit 189 Mitgliedsstaaten. Als ihr Landsmann Dominique Strauss-Kahn den Spitzenposten wegen Vergewaltigungsvorwürfen aufgeben musste, wurde Lagarde seine Nachfolgerin. Als erste Frau auf dem Chefposten. Diese Rolle ist ihr vertraut: Zuvor war sie vier Jahre lang die erste Finanzministerin in der Geschichte Frankreichs. 2016 wurde ihre zweite Amtszeit bestätigt. Alexan­dria Ocasio-Cortez ist mit 29 Jahren die bisher jüngste Frau im US-Kongress. Sie kocht live bei Instagram und redet dabei über Politik, auch sonst macht sie vieles anders als in Washington üblich. Sie selbst sagt, sie wurde gewählt, weil sie an unendlich viele Türen geklopft habe. Ihre Schuhe aus dem Wahlkampf haben es mit löchrigen Sohlen in eine Ausstellung geschafft: „Women empowered: Fashions from the Frontline“. Die Demokratin aus der Bronx gehört zum äußerst linken Flügel ihrer Partei. Sie hat puerto-ricanische Wurzeln.

Tastemaker – Sie hat den Modejournalismus geprägt wie keine andere: Diana Vreeland war 26 Jahre Modechefin von „Harper’s Bazaar“, dann, von 1963 bis 1971, leitete sie die amerikanische „Vogue“. Chiara Ferragni ist eine italienische Unternehmerin, die berühmt wurde mit ihrem Blog „The Blonde Salad“. Als sie den erfand, 2009, war sie 22 Jahre alt. Rund 16 Millionen folgen ihr heute auf Insta­gram. 2016 brachte Mattel eine Barbie-Version von Ferragni auf den Markt.

Tech – Ihren Namen kennt im Silicon Valley jeder: Susan Wojcicki vermietete den ­Google-Gründern ihre Garage, 1999 wurde sie die erste Marketing­managerin der Firma, seit 2014 ist sie Chefin von YouTube. Whitney Wolfe ist CEO von Bumble, einer von ihr entwickelten Dating-App für Frauen. Unternehmenswert laut Forbes: eine Milliarde US-Dollar. Zuvor hatte sie Tinder mitgegründet. 2014 verklagte sie ihre männlichen Co-Gründer erfolgreich wegen sexueller Belästigung, sie bekam eine Million US-Dollar.

Influencer – Die Schwestern Paris und Nicky Hilton waren die It-Girls der Nullerjahre. Besonders Paris machte sich zur Marke und perfektionierte das Konzept „famous for being famous“. Sie schaff­te es, sich den Ausspruch „That’s hot“ markenrechtlich schützen zu lassen. Der Kardashian-Jenner-Clan hat die Selbstvermarktung so verfeinert, dass die „New York Post“ vor kurzem befand, die Familie sei mächtiger als die Windsors. Seit 2007 läuft die TV-Show „Keeping up with the Kardashians“, Millionen schauen zu. Die große Strippenzieherin ist Mama Kris Jenner. Von ihren Kindern ist Kim das bekannteste, Nesthäkchen Kylie das reichste: Ihr Vermögenswert wird auf 900 Millionen US-Dollar geschätzt. Beiden folgen jeweils rund 120 Millionen auf Instagram.

Medien – Die Welt kennt sie beim Vornamen: Oprah Winfrey. Die Selfmade-Milliardärin wurde mit ihrer legendären Talkshow berühmt. Heute gehört sie zu den 500 reichsten Menschen der Welt, zu den einfluss­reichsten ohnehin. Die Medienmogulin gibt viel zurück, engagiert sich in Stiftungen, finanziert seit Jahren eine Mädchenschule in Südafrika. Bei den Golden Globes hielt sie im vergangenen Jahr eine kämpferische Rede gegen Ungerechtigkeit und Missbrauch. Die Netzgemeinde träumte prompt, sie würde als US-Präsidentin kandidieren – Oprah aber winkte ab. Shonda Rhimes verkündete im Oktober, sie sei die bestbezahlte Showrunnerin Holly­woods. Die Erfinderin der Erfolgsserien „Grey’s Anatomy“ und „Scandal“ verriet die Höhe ihres Gehalts nicht, aber es sollen mehr als 300 Millionen US-Dollar sein: verhandelt in einem Vier-Jahres-Deal mit Netflix. Mit ihrer Produktionsfirma Shondaland wird ­Rhimes alle künftigen Projekte exklusiv für den Strea­ming-Anbieter entwickeln. Großzügig ist die Produzentin auch: Sie spendete eine halbe Million US-Dollar für die #TimesUp-Kampagne.

Royals – Königin Elizabeth II. regiert Großbritannien seit 66 Jahren – kein Monarch zuvor saß so lange auf dem Thron. Die 92-Jährige ist eine der mächtigsten Frauen der Welt. Sie steht für Tradition, schätzt aber den frischen Wind, den die Duchess of Sussex ins Königshaus bringt. Die setzte sich schon als UN-Botschafterin für Frauenrechte ein, als sie noch Meghan Markle hieß. Und engagierte sich in Afrika, wie ihr heutiger Mann.

Feminismus – Die Journalistin und Aktivistin Gloria Steinem ist eine Ikone: Über Jahrzehnte war sie die zentrale Figur der US-Frauenbewegung, 1972 gründete sie die feministische Zeitschrift „Ms.“. Die pakistanische Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai schrieb den Bestseller „Ich bin Malala“. Mit 15 Jahren wurde sie von den Taliban fast getötet. Heute ist sie 21 und kämpft unbeirrt weiter für Frauenrechte

Business – Seit 2012 ist die Amerikanerin Virginia „Ginni“ Rometty Vorstandsvorsitzende und Präsidentin von IBM. Als erste Frau an der Spitze des IT-Riesens ist sie auch im Weißen Haus eine gefragte Gesprächspartnerin. Ihr Unternehmen hat sie umstrukturiert und stramm auf Zukunftskurs gebracht. Unter ihrer Führung hat sich IBM mit einem Schwerpunkt auf Cloud-Computing und künstlicher Intelligenz neu erfunden. Die 34-jährige Lauren Bush Lauren, Enkelin des verstorbenen US-Präsidenten George H. W. Bush, ist Sprecherin des World Food Programme (WFP) und Gründerin der Organisation FEED. Mit der unterstützt sie seit 2007 hungernde Kinder: in Kambodscha, dem Tschad, auch in den USA. Durch den Verkauf eigens gestalteter Taschen konnte sie bisher über 100 Millionen Mahlzeiten ermöglichen.

Film – Die Schauspielerin und zweifache Oscar-Preisträgerin Jane Fonda, selbst Opfer sexueller Gewalt, ist bekennende Feministin und Frauenrechtsaktivistin. 1995 eröffnete sie den UN-Weltfrauenkongress. Ihre Kolleginnen Reese Witherspoon & Nicole Kidman, Unterstützerinnen der #MeToo-Kampagne, machen mit ihrer Serie „Big Little Lies“, in der es um häusliche Gewalt geht, auf Missbrauch und Sexismus aufmerksam.

Kunst – Die Kunstmäzenin Peggy Guggenheim (1898–1979) hat mit ihrer Peggy Guggenheim Collection in Venedig eine der bedeutendsten zeitgenössischen Sammlungen geschaffen. Die Schweizer Sammlerin und Milliardenerbin Maja Hoffmann hatte die Vision vom spektakulären Kulturzentrum LUMA Arles in der Provence. Ihr 175-Millionen-Dollar-Projekt samt Turm von Frank Gehry soll 2020 eröffnet werden.

Mode –  Im Alter von 96 Jahren starb im vergangenen Oktober die sogenannte Schuhkönigin Wanda Ferragamo. Mit ihrem Mann Salvatore hatte sie das nach ihm benannte Unternehmen aufgebaut. Nach seinem frühen Tod übernahm die damals 38-jährige Witwe die Leitung der Florentiner Manufaktur und führte das Familienunternehmen zu Weltruhm. Die Matriarchin schuf einen internationalen Luxuskonzern, der längst nicht mehr nur Schuhe herstellt, sondern genauso Gürtel und Parfüms, Anzüge und Uhren. Streetstyle-Star Anine Bing gründete 2012 das nach ihr benannte Modelabel mit ihrem Mann Nico in Los Angeles. Der Start: eine Mini-Kollektion aus Leder­jacke, ein  paar Jeans, T-Shirts. Fürs Marketing setzte die Mutter von zwei kleinen Kindern von Beginn an ausschließlich auf Instagram. Gerade eröffnete die Dänin ihren zehnten Laden. Ihre Kollektion wird außerdem in über 300 Boutiquen weltweit verkauft. Bing gilt heute als Vorbild für große Fashionhouses, die sich an ihrem Erfolg und ihren Methoden orientieren.

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