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Küchen vom Feinsten by Jörg Zimmermann | 16. Juni 2017 | Offices

Qualitäts- und Innovationsdenken sind eine ideale Kombination. Ein ums andere Mal hat die Firma Poggenpohl deshalb in 125 Jahren Küchengeschichte geschrieben. Mit der Reformküche, der ersten Einbauküche, der ersten Massivholzküche, mit futuristischen Konzepten und ganz solider Handwerkskunst. Echte Meilensteine made in Germany. Vom Stammsitz in Herford exportiert die renommierte Küchenmarke in alle Welt.

Kann man mit Küchen Geschichte schreiben? Im nordrhein-westfälischen Herford schon. Dort hat Poggenpohl seinen Unternehmenssitz und vertreibt seit weit mehr als einem Jahrhundert exklusive Küchen in alle Welt. Es sind Küchen, die immer wieder Maßstäbe in der Möbelgeschichte setzen, mit funktionalem Design und aus hochwertigen Materialien gefertigt. Bis heute der Maxime des Firmengründers verpflichtet: „Wir wollen die Küche besser machen“, hatte Friedemir Poggenpohl schon in den Anfangsjahren den Leitspruch des Unternehmens formuliert, einfach und verbindlich. Die Forderung nach Innovation und der Anspruch an höchste Qualität gelten bis heute unverändert. So wurde Poggenpohl zu einer der ältesten Küchenmarken der Welt. Die 125-jährige Historie ist für das Unternehmen wichtig, doch der Erfolg und die Kraft der Marke kommen aus der Gegenwart. Beispiel Miami, der spektakuläre Porsche Design Tower mit seinen 60 Stockwerken. Ein patentiertes, revolutionäres Autoaufzugsystem befördert die Bewohner im Fahrzeug sitzend in die luxuriösen Wohnungen. Dort warten ein Pool, ein exklusiver Outdoor-Bereich und: eine Poggenpohl-Küche mit Meerblick. Die Küchen sind ganz nach den Vorstellungen der jeweiligen Wohnungseigentümer entworfen, die meisten von ihnen haben sich für die innovative Glasfront Carbon entschieden. Bereits 2011 hatte Poggenpohl als weltweit erster Küchenhersteller als Frontmaterial Carbon genutzt. Für die Front der Küche „P’7340“, entwickelt mit Designern des Studios F. A. Porsche, wird das extrem leichte und feste Kohlenstoffgewebe rückseitig auf Glas laminiert. Es ist auch die Entwicklung solcher technischen Innovationen, die Poggenpohls weltweiten Ruf begründen. Der Küchenhersteller exportiert heute in über 70 Länder. 1892 als Familienbetrieb in Bielefeld gegründet, gehört das Unternehmen mit seinen 500 Mitarbeitern, 350 davon in Deutschland, seit Anfang 2017 zur ADCURAM Group AG mit Sitz in München. Der Firmensitz allerdings ist seit 1897 unverändert in Herford; dort wird auch produziert.

Der Firmengründer Friedemir Poggenpohl bewies als Tischlermeister ein ausgesprochen gutes Händchen und schuf aus der Schreinerei mit angeschlossener Möbelhandlung ein florierendes Unternehmen, schon 1921 wurde es in eine Aktiengesellschaft überführt. Trotz Wirtschaftskrise arbeiteten gegen Ende der 1920er-Jahre bereits rund 200 Mitarbeiter in seinem Betrieb. Damals wurde der Grundstein für die bis heute hervorragende Qualität der maßgefertigten Küchen gelegt. 1928, zwei Jahre nach der Präsentation der legendären „Frankfurter Küche“, startete Poggenpohl den Verkauf der sogenannten Reformküche. Neu waren hier zum einen die verbundenen Schränke sowie die Ausstattung mit Spüle, Tisch und Stuhl, zum anderen aber auch die besondere Verarbeitung der Oberfläche. „Zehner-Schleiflack“ wurde die neuartige Oberfläche genannt, die zur Verdichtung je fünfmal lackiert und dann erneut von Hand geschliffen wurde. Die großen Meilensteine folgen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. 1950 stellte Poggenpohl die erste in Serie gefertigte Anbauküche unter dem Namen „form 1000“ vor. Zwei Jahre später präsentierte das Unternehmen die weltweit erste Einbauküche. Diese wurde wegweisend für viele nachfolgende Küchengenerationen. Dem Gedanken der Erstklassigkeit verpflichtet, brachte Poggenpohl 1968 die erste Massivholzküche auf den Markt. Ein wichtiger Entwicklungsschritt für das Unternehmen und ein Impuls für den Trend zur Holzküche. 1970 begann die Suche nach Weiterentwicklungsmöglichkeiten der Einbauküche. Der vielbeachtete Designer Luigi Colani hielt mit großer gestalterischer Geste Ausschau nach der Zukunft. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Umweltphysiologie entwickelte Colani das „experiment 70“. Die futuristische Studie präsentierte eine Kugelküche, die als Modell für das Jahr 2000 dienen sollte. In der Realität dauert es dann gar bis 2004, ehe das dem Entwurf zugrundeliegende Konzept einer übergeordneten Küche umgesetzt wurde – wenn auch in anderer Form als 1970 erdacht. Mit „+INTEGRATION ®“ ließ Poggenpohl den Traum zum Raum – so der damalige Slogan – wahr werden. Colanis Ansatz einer Zusammenführung der Elemente Design, Architektur und Technologie in der Küche war nach mehr als 30 Jahren Wirklichkeit geworden.

Wie zahlreiche Auszeichnungen und Designpreise belegen, hat Poggenpohl seine Innovationsfreude bis in die Gegenwart behalten. Für „+SEGMENTO®“ (2001) gab es den Good Design Award. Die „P’7350“, auch sie mit dem Studio F. A. Porsche entwickelt, sammelte den German Design Award 2016, den Red Dot Award 2015 und den Interior Innovation Award 2015 ein. Neuester Coup der Herforder sind die kompakten Themenschränke „+STAGE“. Erneut gelingt es Poggenpohl damit, das grundsätzliche Konzept der Küche weiterzudrehen. Bei „+STAGE“ steht nicht mehr allein die Küche im Mittelpunkt, das gesamte Wohnen rückt in den Blick. Die Module funktionieren als Solitäre, die nicht nur in der Küche, sondern auch in anderen Räumen eine gute Figur machen können. Für die Gestaltung der Küchen arbeitet Poggenpohl seit den 1970er-Jahren mit renommierten Designern wie dem gebürtigen Argentinier Jorge Pensi oder dem Architekten Hadi Teherani zusammen. Die bekannten Gestalter garantieren eine Entwurfsqualität auf internationalem Niveau. Kombiniert mit modernster Technik ermöglicht schließlich die über Generationen gepflegte Handwerkskunst eine Verarbeitung, die über Jahrzehnte Bestand hat; von der Schubkastenführung bis zu den Türscharnieren. Während eine herkömmliche Küche durchschnittlich 17 Jahre hält, kann es eine von Poggenpohl schon mal auf die doppelte Lebensdauer bringen. In der Nähe der südostenglischen Stadt Guildford zum Beispiel war nun für eine Poggenpohl-Küche nach 36 Jahren Schluss. Dann erst musste die orangefarbene Küche aus den späten 70er-Jahren weichen. Nicht weil nachlassende Funktionalität und Mängel im Aussehen einen Austausch nahegelegt hätten. Nur der Wunsch nach Umbau und Erweiterung machte eine neue Küche erforderlich. Für die Eigentümer war eins klar: Sie sollte wieder von Poggenpohl sein.

IssueGG Magazine 03/17
City/CountryHerford/ Germany
PhotographyPoggenpohl
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