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Beauty on the Rocks by Michaela Cordes | 24. November 2017 | Personalities

Den Sinn für die schönen Dinge hat sie von ihrer berühmten Großmutter Estée Lauder. Der Ehrgeiz, daraus eine Geschäftsidee zu entwickeln, wurde ihr in die Wiege gelegt. Zu Besuch bei der Unternehmerin und AERIN-Gründerin Aerin Lauder in ihrem Ferienhaus in Aspen, Colorado.

Leise, aber bestimmt macht die Familie Lauder mit schönen Dingen Schlagzeilen: Die Nachfahren der berühmten Kosmetik-Unternehmerin Estée Lauder besitzen exquisite Kunst, bauen wunderbare Museen und sammeln neben ihren eigenen Produkten weitere innovative Beautymarken (unter anderem Clinique, Mac, Jo Malone). Sie verwalten das Familienerbe höchst erfolgreich. Aerin Lauder – die Enkelin – war jahrelang als Vice President und Creative Director für Estée Lauder tätig, bis sie vor knapp fünf Jahren den Sprung wagte: Sie gründete die globale Lifestyle-Company AERIN. Sitz des Unternehmens ist New York, wo die Unternehmerin mit ihrem Mann, Investmentbanker Eric Zinterhofer, und den beiden jugendlichen Söhnen lebt.

„ Ich mag die Einfachheit der Berge.
Pur, aber modern – so leben wir hier.“
Aerin Lauder

Wie viel Zeit verbringen Sie in Aspen? Aspen ist zu jeder Saison ein Familienort für uns. Wir sind auch manchmal im Sommer da. Ich komme seit den späten 80er-Jahren her und schätze besonders, dass sich nicht viel verändert hat. Beim ersten Mal war ich ein junger Teenager und besuchte meine Tante und meinen Onkel, die bis heute hier ein Haus besitzen.

Wie haben Sie dieses schöne Plätzchen mit dem sagenhaften Blick auf die Berge gefunden? Als wir das Haus 2010 kauften, war es gerade von einem Architekten gebaut worden. Wir verliebten uns in die großzügigen Räume, alles zentriert auf die grandiose Aussicht. Ich hatte sofort das Gefühl, es ist perfekt für uns. Das Interior entwarf ich gemeinsam mit meinem guten Freund Daniel Romualdez. Ich mag die Einfachheit – die pure, aber moderne Art, in den Bergen zu leben.

Was macht Aspen für Sie persönlich so einzigartig? Es ist dieser wunderbare Mix. Es gibt hier beeindruckende Restaurants und kleine Läden. Man kann spektakulär Ski laufen, aber man kann auch in den exklusivsten Geschäften einkaufen.

Wenn Sie hier sind: Wie sieht ein typischer Tag aus? Ich wache sehr früh auf, meistens schon gegen sechs Uhr. Dann mache ich mir einen Kaffee, decke den Frühstückstisch und lese meine Mails. Anschließend fahre ich in den Ort und kaufe bei der „Paradise Bakery“ Muffins und Croissants. Tagsüber fahren wir alle sehr gern Ski, sind aber auch mal einfach gemütlich zu Hause. Wenn ich Lust auf Shopping habe, dann besuche ich meinen Lieblingsladen „Gorsuch“, hier bekommt man vom Skihelm bis zur Handtasche alles. Sehr klassisch. Auch meine Brand AERIN wird hier bestens präsentiert. Außerdem liebe ich den traditionellen Western-Shop „Kemo Sabe“. Dort findet man wunderbare Cowboyhüte, handgemachte Gürtel und Cowboystiefel mit aufgestickten Blumen.

Wodurch zeichnen sich die Pisten in Aspen aus, was ist besonders an Aspen als Skiort? Ich liebe es, dass man in Aspen auch im Frühling noch Ski laufen kann – dann ist es oft schon wärmer.

Wie feiern Sie Weihnachten? Die Feiertage sind meine absolute Lieblingszeit, alles ist festlich geschmückt und der Ort wirkt sehr kuschelig. Wir beginnen den Tag mit heißer Schokolade, hören Weihnachtsmusik und öffnen Geschenke. Danach gehen wir meist Ski laufen. Zum Lunch treffen wir uns im legendären Restaurant „Cloud 9“ – meistens gibt es Raclette und danach Apfelstrudel. Abends gehen wir zum Dinner aus. Weihnachten in Aspen ist immer sehr besonders.

„Ich war ein Teenager, als ich das erste Mal in Aspen war.
Jahre später fanden wir hier unser Traumhaus.“
Aerin Lauder

Was hat Sie dazu inspiriert, Ihr eigenes Label AERIN zu gründen? Kosmetik ist das Geschäft unserer Familie, aber Interior Design und Wohnaccessoires waren schon immer meine Leidenschaft. Ich habe lange von einer eigenen Marke geträumt. Für Frauen von heute, die sich von Magazinen, Reisen und Instagram inspirieren lassen. Unsere AERIN-Designs haben sehr vielfältige Einflüsse: Ich wuchs in New York auf, lebte für einige Jahre in Wien (wo ihr Vater Ronald Lauder von 1986–1987 als US-Botschafter arbeitete, Anm. d. Red.) und bin viel durch Europa gereist. Mein Stil ist klassisch und zeitlos wie die Marke AERIN.

Woher kommt diese Leidenschaft fürs Einrichten, Dekorieren und Gastgeben? Von meiner Großmutter Estée natürlich! Sie liebte es, alles um sich herum wunderschön zu gestalten, und sah ihre Umwelt als eine Erweiterung ihrer selbst, ihrer Garderobe, ihrem Zuhause und ihrer Familie. Sie sagte stets: „Alles ist schön, wenn du dir nur die Zeit dafür nimmst.“ Diese Haltung hat mich sehr geprägt.

Welche Werte und Vorstellungen ihrer Großmutter haben Sie für sich übernommen und transportieren diese nun in die nächsten Generationen? Estée war eine Pionierin und eine sehr clevere Geschäftsfrau. Sie hat mich schon früh die Bedeutung von Qualität gelehrt. Wie wichtig es ist, auf Details zu achten, und – das ist sicher am wichtigsten – die Unerlässlichkeit der guten Kundenbeziehung. Estée sagte stets, es stehe ihr Name auf dem Produkt, also musste es das beste sein. Heute ist es mein Name, der auf meinen Produkten zu finden ist, und ich versuche, mit derselben Perfektion auf höchste Qualität zu achten.

Nennen Sie drei Accessoires aus Ihrer AERINKollektion, die jedes Zuhause sofort schöner zaubern. Ich liebe Duftkerzen. Die Düfte unserer AERIN-Kerzen sind alle von Reisen inspiriert und transportieren mich sofort in Gedanken an einen bestimmten Ort zurück. Dann habe ich eine große Vorliebe für Fotografien in besonderen Rahmen. Man findet bei mir solche persönlichen Erinnerungen im ganzen Haus. Fotos bringen sofort Leben in ein jedes Zuhause. Und außerdem bin ich ein großer Fan von AERIN-Shagreen. Wir haben Untersetzer, Schmuckkästchen und Brettspiele aus dem wunderschönen, aber einfachen Material.

Verraten Sie uns einen einfachen, aber wirkungsvollen Trick, wie man gekonnt einrichtet? Wann immer ich damit beginne, einen Raum einzurichten, starte ich mit dem Licht. Die richtige Beleuchtung sorgt dafür, dass der Raum mit Wärme und Leben gefüllt wird. Das funktioniert sogar in den kleinsten Zimmern. Welche Lichtquellen man für ein Zimmer wählt, hat einen großen Einfluss auf die Stimmung. In Schlafzimmern verzichte ich grundsätzlich auf brutales Deckenlicht, sondern bevorzuge Nachttischlampen mit soften Glühbirnen. Das schafft gleich eine entspannte Atmosphäre und man kommt wesentlich schneller zur Ruhe.

Was macht ein Haus besonders? Dass es ein wirkliches Zuhause ist, in dem gelebt wird. Es geht um die richtige Balance aus Erinnerungen und Décor.

Wer sind die besten Gastgeber, die Sie je erlebt haben? Meine Großmutter! Estée hat mir schon früh das wichtigste Geheimnis einer guten Gastgeberin verraten – dafür zu sorgen, dass die Gäste sich wohlfühlen. Sie bot stets Gourmet-Kartoffelchips in besonders schönen Schalen an. Eine Regel, an die ich mich bis heute halte.

IssueGG Magazine 01/18
City/CountryAspen/ U.S.
PhotographySimon Upton/The Interior Archive/Basset Images
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