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Historisches Schmuckstück by Uta Abendroth | 6. September 2019 | Prime Properties

Das mittelalterliche Bergdorf Mougins liegt auf einem Felsplateau im Hinterland zwischen Cannes und Grasse. Den Reiz dieses Ortes, der für seine exzellente Küche bekannt ist, schätzten schon Künstler und Persönlichkeiten wie Pablo Picasso, Jean Cocteau, Winston Churchill und Edith Piaf. Das Anwesen aus dem 17. Jahrhundert, in dem früher Jasmin getrocknet wurde, war eines der ersten, das in Mougins gebaut wurde.

Pablo Picasso verbrachte die letzten 15 Jahre seines Lebens in Mougins. Christian Dior inspirierte das mittelalterliche Bergdorf zu einigen seiner Kollektionen. Und auch Jean Cocteau, Fernand Léger, Paul Éluard, Man Ray, Winston Churchill, Catherine Deneuve und Jacques Brel kamen hierher. Die Maler, Fotografen, Designer, Dichter, Schauspieler und Politiker aus aller Welt fanden vor allem eins: Ruhe. Denn Mougins liegt hoch oben auf einem Felsplateau im Hinterland zwischen Cannes und Grasse. Es ist eine reizvolle Landschaft voller Kiefern, Olivenbäume und Zypressen, ideal für erholsame Ferien. Von dem Ort, der seine uralten Gassen sowie Reste einer Festungsmauer aus dem 15. Jahrhundert und ein Sarazenertor bewahrt hat, kann man den Blick über die Bucht von Cannes, die Inselgruppe Îles de Lérins und das Vorgebirge der Alpen schweifen lassen.

Darüber hinaus ist das beschauliche Künstlerstädtchen bei Feinschmeckern bekannt für seine exzellente Küche. Über 40 Restaurants gibt es, die sowohl landestypische provenzalische Speisen als auch internationale Gerichte anbieten. Zu den exklusivsten Adressen in der Altstadt zählen „Le Moulin de Mougins“ und „L’Amandier de Mougins“; im September findet alljährlich das Gastronomiefestival „Les Étoiles de Mougins“ statt.

Nordöstlich von Mougins, außerhalb des eigentlichen Orts, befindet sich ein Anwesen, das im 17. Jahrhundert als eines der ersten Gebäude in dieser Gegend errichtet wurde. Es ist ein L-förmiger Bau aus unregelmäßigen ockerfarbenen Steinen, der sich in eine hügelige Landschaft schmiegt. Früher lieferten Pferdekutschen Jasmin dorthin, der in einem Teil des ehemaligen Farmhauses getrocknet wurde. Das war – und ist – typisch für diesen Landstrich, in dem sich die Gemeinde Grasse befindet, die sogenannte Welthauptstadt des Parfüms. Seit dem 17. Jahrhundert extrahieren dort Parfümeure Blütensaft, vor allem von Jasmin- und Orangenblüten.

Die Atmosphäre in dem 400 Jahre alten Haus ist geprägt von Ruhe und Gelassenheit. Man spürt an diesem Ort, dass alles in perfekter Harmonie ist.

Das Haus hat sich seit seiner Errichtung zumindest im Inneren völlig verwandelt. Aber dass dort einst Pferde angebunden wurden, kann man an den Ringen sehen, die in den Wänden des unteren Hausteils erhalten blieben, auch nach der Modernisierung. Beim Umbau in ein ebenso modernes wie komfortables Urlaubsdomizil blieb das Äußere fast unverändert. Lediglich einige große Öffnungen für bodentiefe Fenster, die sich vollständig aufschieben lassen, wurden in die dicken Steinwände des einstöckigen Gebäudeteils gebrochen: im Erdgeschoss, in dem sich das große Wohnzimmer befindet. Und um im ersten Stock des Haupthauses mehr Licht zu haben, wurden Fenster, schmal wie Schießscharten, in die Stirnwände eingesetzt. Die anderen Fenster werden von hellblauen Fensterläden eingerahmt, damit man die mediterrane Sonne aus den Schlafzimmern aussperren kann.

Im Inneren ist es gelungen, einige der ursprünglichen Bauelemente zu erhalten. So spannt sich über dem Salon immer noch die alte Scheunendecke mit den rohen Holzbalken. Diese bildet einen reizvollen Kontrast zu den glatt verputzten weißen Wänden und den schwarzen Fensterrahmen. Im Eingangsbereich, wo die beiden Gebäudeteile – das Wohnhaus und die ehemalige Scheune – aneinanderstoßen, wiederholt sich der rustikale Look der Außenmauern: grob behauener Stein in allen Schattierungen zwischen Beige und Grau. Genau daneben wurde das Treppenhaus sehr geradlinig gestaltet und anthrazitfarben gestrichen – ein optisch interessanter Gegensatz. Vor allem, weil die Steinstufen in hellem Beige erneut einen Kontrapunkt setzen. Der große alte Kamin mit seinem hohen Sims sorgt für wohlige Wärme im Winter oder an kühlen Abenden, und auch einige wenige Holztüren, deren etwas verwitterte Oberfläche nicht unter Lack versteckt ist, erfüllen noch ihren Zweck. Die derzeitige Eigentümerin sagt, für sie habe bei den Umbauten der Respekt vor der Atmosphäre des ursprünglichen Baus im Vordergrund gestanden. Sie habe stets den Wunsch verspürt, in die Vergangenheit zu reisen und dabei das Gefühl zu haben, dass sich nichts geändert hat, dass alles in einer harmonischen Balance ist.

Entspanntes Wohngefühl: im Winter am Kaminfeuer, im Sommer mit geöffneten Türen.

Das Erdgeschoss überrascht durch seine großzügigen Dimensionen. In einem so alten Haus würde man eher kleine, dunkle Räume erwarten, aber stattdessen tut sich ein fast loftartiges Ambiente auf. Das Wohnzimmer ist vom Esszimmer nur durch eine verglaste Wand getrennt, die Küche mit Tresen und Barhockern ist Teil des Raums. Es sind die Farben Weiß, Anthrazit und Beige mit vereinzelten Holzakzenten, die alles zu einer Einheit werden lassen. Sogar die Bezüge der Sessel im Salon, der Sofakissen sowie der Barstühle in der Küche sind identisch. Im Parterre liegt ein Schlafzimmer inklusive Ankleidezimmer und Bad. Im ersten Stock des Haupthauses sind drei weitere Schlafräume eingerichtet, jeweils mit Bad. Zu einem Fernsehzimmer gehört ebenfalls ein Schlafzimmer mit Bad, dieser Teil kann unabhängig betreten werden.

Große Mühe wurde auf die Neugestaltung des Grundstücks verwandt: Den mit verschiedenen mediterranen Gewächsen bepflanzte Garten plante das Architekturbüro Archi Paysage, ausgeführt wurden die Arbeiten von Landschaftsgärtnern der lokalen Firma Elite Paysage. Es gibt unterschiedliche Bereiche, etwa den französischen Garten mit Rosenbüschen, Pfingstrosen und Hortensien, den Duftgarten, wo man Kräuter für die Küche pflücken kann, und den sogenannten Willkommensgarten mit einem alten Wasserbecken. Dort kann man im Schutz einer Pergola sitzen, an einer anderen Stelle im Schatten der Bäume eine Partie Boule spielen oder es sich am großen Pool bequem machen. Kunst, die bei der Dekoration des Hauses eine große Rolle spielt, setzt auch im Garten Akzente. So leuchtet beispielsweise ein riesiger Apfel aus der Kollektion „Fruits céramique“, den die brasilianische Künstlerin Lisa Pappon entwarf, in einem intensiven Blau, das an Yves Saint Laurents Haus im Jardin Majorelle in Marrakesch erinnert.

Das Anwesen ist ideal gelegen: nur 15 Autominuten von Cannes, seinen Stränden und Festivals, entfernt. Acht Kilometer sind es bis Grasse, 40 Kilometer zum ersten Wintersportort und 30 Minuten zum internationalen Flughafen von Nizza. Wer hierherkommt, findet in Mougins einen besonderen Lebensstil: unvergleichlich entspannt.

IssueGG Magazine 04/19
City/CountryCÔTE D’AZUR / France
PhotographyLaurent Meesemaecker
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