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David Attenborough by Patrick Barkham | 4. September 2020 | Personalities

Mit seinen faszinierenden Tier- und Naturfilmen lehrt uns der heute 94-Jährige Sir David Attenborough seit 70 Jahren den rücksichtsvollen Umgang mit unserem Planeten. Eine ungewöhnliche Karriere – vom Naturfilmer zum engagierten Umweltaktivisten.

Ende der 1980er-Jahre fand in den BBC Studios in Bristol ein Treffen statt. Die Teilnehmer diskutierten den bevorstehenden Ruhestand eines grauhaarigen Freelancers, der seit fast vier Jahrzehnten für die BBC gearbeitet hatte. Der Produzent Mike Gunton erinnert sich an die Worte seines damaligen Chefs: „Wir müssen darüber nachdenken, wer die Nachfolge von David antreten wird, wenn diese Serie zu Ende ist.“

David Attenborough steuerte auf die 65 zu und gab „The Trials of Life“ den letzten Schliff, der dritten seiner epischen Natur-Serien. Diese Sendungen waren rund um den Globus ausgestrahlt worden. Sie hatten ein neues Genre eingeführt, vielleicht sogar eine neue Sprache des Tierfilms. Ein schönes Vermächtnis. Nun war es Zeit zu gehen.

Als Alastair Fothergill einige Jahre darauf die Sparte Naturgeschichte bei der BBC übernahm, bat ihn der Generaldirektor des Senders, einen neuen David Attenborough zu finden. „Ich erinnere mich, dass ich dachte: Das ist nicht sehr vernünftig“, sagt Fothergill. „Er war immer diese große Eiche gewesen, unter der es für einen Setzling schwer ist zu wachsen.“ Heute ist Mike Gunton zum Kreativdirektor des naturgeschichtlichen Ressorts aufgestiegen. Drei Jahrzehnte nachdem das Thema zum ersten Mal hochkam, steht die Suche nach dem nächsten David Attenborough nicht mehr auf der Agenda. „Wir haben immer noch keine Antwort, und ich will keine“, sagt mir Gunton.

Attenborough wurde im Mai 1926 geboren, 17 Tage nach der Queen. Und wie die Queen ist er zu einem Symbol der Stabilität in einer turbulenten Welt geworden. Es ist schwer, sich eine Zeit auszumalen, bevor er sich freundlich auf unseren Bildschirmen mit Faultieren und Riesenschildkröten einließ – auch weil es für viele eine solche Zeit nicht gab. Das Fernsehen wurde ein Jahr nach seiner Geburt erfunden. Seine erste Sendung wurde von knapp 10.000 Menschen gesehen. Im Frühjahr 2019 dann war seine Serie „Our Planet“ die meistgesehene Originaldokumentation auf Netflix – mit 33 Millionen Zuschauern im ersten Monat.

Attenborough und die Queen sind mehr als nur Zeitgenossen. „Ich sehe sie ziemlich oft“, sagt Attenborough über die königliche Familie, als ich ihn bei ihm zu Hause in Richmond treffe. Zuerst begegnete er den Kindern der Queen, Charles und Anne, als sie 1958 die Studios der BBC besuchten und er sie mit seinem Liebling Cocky bekannt machte, einem Kakadu. 1986, ein Jahr nachdem Attenborough zum Ritter geschlagen worden war, produzierte er die erste von sechs Weihnachtsübertragungen für die Queen. Im letzten Jahr war er von Prince William auf einem Podium in Davos um seinen Rat gebeten worden, wie die Welt zu retten sei.

In unserer fragmentierten Epoche kommt Attenborough dem am nächsten, was man als allseits geliebte Persönlichkeit des öffentlichen Lebens bezeichnen könnte. Er ist eine globale Figur. Laut „Sunday Times“ hatten so viele chinesische Zuschauer „Blue Planet II“ heruntergeladen, dass dadurch zeitweilig das Internet des Landes ausgebremst wurde.

So wie er zwischen Weißem Haus und Weltwirtschaftsforum pendelt und Präsidenten, Geschäftsleute und die Öffentlichkeit drängt, die Umwelt besser zu schützen, wird er – was er selbst als übertrieben ansieht – als Hüter des Gewissens der Menschheit wahrgenommen. „Es wird keinen zweiten David Attenborough geben. Was ihn, abgesehen von seinen persönlichen Qualitäten, auszeichnet, ist das Timing seines Lebens“, sagt Fothergill. Als Attenborough in den 1950er-Jahren begann, die Welt zu bereisen, waren wir in einer anderen erdgeschichtlichen Epoche, dem Holozän. Heute leben wir im Anthropozän, einem Zeitalter, das durch die störende Dominanz des Homo sapiens über den Planeten gekennzeichnet ist. „Er hat mehr von der Welt der Natur gesehen als jeder andere Mensch, der je auf diesem Planeten lebte, und er hat mehr Veränderungen gesehen als jeder andere. Und er fühlt die Verantwortung.“

Trotz aller Lobeshymnen hat ein Vorwurf Attenborough über Jahrzehnte verfolgt. Kritiker bemängeln, er habe sich eine einzigartige Plattform des Storytelling geschaffen, doch dabei die wichtigste Story von allen ausgeblendet: die von der zerstörerischen Wirkung der Menschen auf den Planeten. Doch ein Grund dafür, dass Attenborough sieben Jahrzehnte auf dem Bildschirm reüssierte, ist seine Fähigkeit, mit der Zeit zu gehen. Lange stand er für Sendungen, die die Wunder der Naturwelt zeigen, unter Auslassung der Menschenwelt. Seine neuesten Serien aber sind erfüllt mit dringenden Botschaften zur Umweltzerstörung. Trotzdem wehrt er sich gegen die Idee, er habe sich verändert; vielmehr verweist er auf einen Wandel der öffentlichen Meinung. Nach einem Leben in Deckung ist er zu einem führenden Verfechter des Aktivismus geworden – geradezu sich selbst zum Trotz.

Die Liebe zur Natur entstand in Attenboroughs Kindheit, als er in Leicester die Umgebung erkundete, Ausschau hielt nach Käfern, Insekten und Amphibien. Er wuchs als mittlerer von drei Brüdern einer Lehrerfamilie auf. Nach seinen naturwissenschaftlichen Studien in Cambridge heiratete er seine Universitätsliebe Jane Oriel und wandte sich der glamourösen Welt des Fernsehens zu.

Es dauerte eine Weile, bis Attenborough erkannte, welche Bedrohung der Mensch für seine Umwelt ist.

1954 reiste Attenborough mit Jack Lester, dem Leiter der Reptilienabteilung des Londoner Zoos, nach Sierra Leone, um eine neue Serie zu drehen, „Zoo Quest“. Das Konzept war simpel: Sie fingen wilde Tiere – Pythons, vogelfressende Spinnen und kahlköpfigen Felshüpfer –, die sie nach London in den Zoo brachten. Anfangs war Attenborough Produzent, Regisseur, Tontechniker und Tierbändiger. Moderator wurde er nur, weil Lester nach der ersten Folge erkrankte. Im Laufe der nächsten Jahre kamen neue Staffeln von „Zoo Quest“, und Attenboroughs Renommee wuchs.

1965 wurde er Controller von BBC Two, eine Ernennung, die in Fernsehkreisen skeptisch aufgenommen wurde, davon zeugen damalige Zeitungsartikel. Er galt als Leichtgewicht, doch bald wurde er für seinen unerwarteten Erfolg gefeiert. Als Controller und dann als Programmdirektor beider BBC Kanäle war Attenborough ein großer Innovator. Zu den Formaten, die unter seiner Ägide entstanden, zählen die Sitcoms „Dad’s Army“ und „Porridge“ und „Monty Python’s Flying Circus“. 1972 setzte er sich für Community Programme ein. In diesem Rahmen kam es zum ersten Mal zu einer mitfühlenden Darstellung von Transgender-Menschen im britischen Fernsehen. Attenboroughs Leistungen bei BBC Two empfahlen ihn für den Posten des Generaldirektors, dem Top-Job des Unternehmens. Doch er hatte die Führungsetage satt und trat Anfang der 70er-Jahre zurück. Er überzeugte die BBC, dass er die Evolution von Pflanzen und Tieren im Stil der Erfolgsserie „Civilisation“ behandeln könne. Die Produktion dieser Serie dauerte drei Jahre.

„Life on Earth“ wurde 1979 an 13 aufeinanderfolgenden Sonntagabenden jeweils 55 Minuten lang ausgestrahlt. Trotz der Präsenz eines Attenborough – im Safari-Outfit an exotischen Schauplätzen – wirken die ersten Folgen wie Vorträge mit Bewegtbildern. Doch die Serie kommt in Fahrt. Die Kommentare sind oft superb. „Vier Millionen Tiere und Pflanzen auf der Welt“, sagt Attenborough, „vier Millionen verschiedene Lösungen, am Leben zu bleiben.“ Die vorletzte Folge – es geht um Primaten – bringt den ersten denkwürdigen „Doppelschuss“ Attenboroughs, bei dem er neben einem Tier auftritt. Er befindet sich bei einer Gruppe von Berggorillas in Ruanda und hat noch die Geistesgegenwart zu flüstern: „Es liegt mehr Bedeutung und gegenseitiges Verständnis darin, mit einem Gorilla einen Blick auszutauschen, als mit jedem anderen Tier, das ich kenne.“ Auch wenn einige Fakten korrigiert werden müssen – wir wissen heute, dass es eher acht als vier Millionen Arten gibt –, ist die Serie doch zeitlos.

„Es bedeutet mehr, mit einem Gorilla einen Blick zu tauschen, als mit jedem anderen Tier, das ich kenne.“ DAVID ATTENBOROUGH

Für alte BBCler gibt es eine Zweiteilung der TV-Geschichte: vor und nach „Life on Earth“. Die Serie begründete, was Fernsehverantwortliche den „Blue Chip“ des naturgeschichtlichen Blockbusters nennen. Obwohl die BBC ihre dominante Position bei den meisten Sparten verloren hat, bleibt sie laut Fothergill der herausragende Produzent von naturgeschichtlichen Sendungen. So viel davon „haben wir David zu verdanken“, sagt er. Oft imitiert, sind diese Blockbuster ein internationaler Exporthit. Wie viel Gewinn die Serien machen, wenn überhaupt, verrät die BBC nicht, aber die Ausstrahlungsrechte für „Planet Earth II“ und „Blue Planet II“ wurden weltweit 235-mal verkauft. Nach dem Erfolg von „Life on Earth“ verbrachte Attenborough einen Großteil der 80er-Jahre mit der Fertigstellung von dem, was ein Triumvirat von Blue-Chip-Giganten werden sollte, darunter „The Living Planet“ als Erkundung der Ökologie und „The Trials of Life“ über Verhaltensforschung. Er widmete seine Aufmerksamkeit auch Serien über weniger angesagte Themen: Pflanzen, Spinnen, Stabschrecken und andere wirbellose Tiere. Das Publikum mochte seinen Enthusiasmus, seinen Wortwitz und seine Tierliebe. Anfang der 80er-Jahre wurden Attenboroughs Produktionen weltweit ausgestrahlt. Aber noch war er kein – um ein Etikett zu benutzen, das ihn ärgert – internationaler Superstar. Wenn Attenboroughs Serien im US-Fernsehen ausgestrahlt wurden, ersetzte man bis vor Kurzem seine gesprochenen Kommentare mit Stimmen, von denen man annahm, sie kämen beim amerikanischen Publikum besser an. 2010, als „Life“ in den USA ausgestrahlt wurde, war Oprah Winfrey die Erzählerin.

Attenboroughs Drehbücher werden von Produktionsteams geschrieben, doch er ist ein strenger Redakteur. Selbst heute schreibt er jedes Drehbuch so um, dass es seiner Ausdrucksweise entspricht, und checkt die Fakten. Wenn es ans Filmen geht, lernt Attenborough seinen Text nicht genau, berichtet Mike Gunton. „Er schaut es sich an, kommt zurück und sagt: ‚Was meinst du, wenn ich es so sage?‘ Seine Wortwahl und die Art und Weise, wie er diese Wendungen einsetzt – darin liegt so viel Kraft. Er hat dieselben Gene wie sein Bruder“, und damit meint er Richard, den oscarprämierten Schauspieler und Regisseur, der 2014 starb. „Ich habe oft gesagt, dass er ein ebenso guter Darsteller wie sein Bruder ist“, sagt Gunton. Wie er selbst eingesteht, dauerte es einige Zeit, bis Attenborough erkannte, welche Bedrohung der Mensch für seine Umwelt ist. Als er jünger war, sagt er, wusste man von Arten, die fast oder sogar ganz ausgestorben waren, etwa die Arabische Oryx oder der Dodo. Aber „man sah es nicht als großes ökologisches Problem an. Und seien wir doch ehrlich: Wenn die Hawaiigans verschwindet, wird dadurch der Lauf der Welt nicht auf den Kopf gestellt.“ Erst zur Zeit von „Life on Earth“ wurde ihm klar, dass das Artensterben systemisch war, und „tatsächlich stellte das Verschwinden des Riesenpandas einen tief greifenden Wandel dar“.

Die meiste Zeit seines Lebens fanden Attenboroughs Umweltschutzaktivitäten auf altmodische Manier und jenseits des Bildschirms statt, indem er diverse grüne Organisationen unterstützte. Er hat auf Hunderten von Veranstaltungen von Naturschutzorganisationen in Großbritannien mitreißende Reden gehalten. Es ist nicht einfach, ein Besucherzentrum in einem Naturschutzgebiet der Wildlife Trusts zu finden ohne den Vermerk: „Eröffnet von Sir David Attenborough“.

Für seine Kritiker machen diese guten Taten nicht wett, was sie als Attenboroughs großes Versäumnis als Fernsehmann ansehen. Der Journalist George Monbiot hat ihn beschuldigt, „wissentlich einen falschen Eindruck von der Welt“ vermittelt zu haben, indem er Filme gemacht hat, die die Einwirkung des Menschen auf den Planeten heruntergespielt haben und die versäumten, die Mächte zu benennen, die als treibende Kräfte für Massensterben und Klimawandel verantwortlich sind. Ein anderer Umweltschützer sagt mir, Attenboroughs Integrität stehe außer Zweifel, aber sein lang dauerndes Stillschweigen über das Artensterben und die Erderwärmung habe zu einem allgemeinen Wissensdefizit beigetragen.

Als junger Produzent hatte Attenborough eingebimst bekommen, persönliche Überzeugungen hätten nichts in Fernsehsendungen zu suchen. Er hat stets die Werte des liberalen Establishments hochgehalten und die traditionelle BBC-Linie im Hinblick auf parteipolitische Neutralität vertreten. „Ich bin kein politischer Bursche, ich kenne mich mit Käfern aus“, protestierte er, als er 2017 zum Brexit befragt wurde. (Auf Drängen verriet er, dass er fürs Bleiben stimmte.)

Attenborough verteidigte seine Arbeit lange mit dem Argument: „Zeige die Wunder, dann werden sich die Leute kümmern.“ Für einen wohlwollenden Beobachter mag das Fehlen von Kampagnenfilmen in Attenboroughs Werk wie ein schlaues politisches Kalkül aussehen, das auf die effektivste Weise darauf ausgerichtet ist, die öffentliche Meinung auf lange Sicht zu verändern. Aber vielleicht spiegelt es auch nur sein Temperament wider. „Meine Sendungen zur Naturgeschichte habe ich nicht gemacht, weil ich ein wütender Bekehrer war, der über Naturschutz predigt“, sagt er mir. „Ich schaue einfach gerne Tiere an.“

Im November 2004 hörte Attenborough einen Vortrag von Ralph Cicerone, einem amerikanischen Experten für Atmosphärenchemie. Die von Cicerone präsentierten Kurven, die den Anstieg der globalen Temperaturen zeigten, überzeugten Attenborough schließlich zweifelsfrei davon, dass der Mensch für den Klimawandel verantwortlich ist. Selbst nach Cicerones Vortrag glaubte er, sein Job sei es, Naturfilme zu machen. Attenboroughs Arbeit änderte sich allerdings.

Der Unterschied mag Menschen außerhalb der Natural History Unit rätselhaft erscheinen, aber ihre Filmemacher unterscheiden zwischen Natur- und Umweltfilmen. Attenboroughs BBC-Zweiteiler „The Truth About Climate Change“ von 2006 war die erste Dokumentation, in der es explizit um die Erderwärmung ging. Drei Jahre später kam dann „How Many People Can Live on Planet Earth?“, der seine seit Langem bestehende Sorge über die wachsende Weltbevölkerung widerspiegelt. 2019 wurde Attenboroughs BBC-Dokumentarfilm „Climate Change – The Facts“ ausgestrahlt. In diesem Jahr folgt dann der nächste „Extinction: The Facts“.

Mit „Blue Planet II“ hielt 2017 eine neue Dringlichkeit Einzug in Attenboroughs Blockbuster und half, die öffentliche Haltung zu Abfall und Umweltverschmutzung zu verändern, indem er Bilder zeigte von einer in Plastik verhedderten Schildkröte und von Albatrossen, die arglos ihre Küken mit Plastikbeuteln füttern. Die Bedeutung des Regenwalds für ein lebensfreundliches Klima wurde erklärt, und kaum eine der atemberaubenden Sequenzen mit Wildtieren kam ohne Attenboroughs nachdrücklichen Hinweis, dass ihre Existenz gefährdet sei. Auch in „Seven Worlds, One Planet“ sind die Umweltbotschaften nicht länger auf einen Appell am Ende jeder Folge beschränkt. Die erste Geschichte über die Auswirkungen des Klimawandels kommt nach 16 Minuten in der ersten Folge.

Mit 94 ist Attenborough gefragter als je zuvor. Seine Tochter versucht vergeblich, seine Vortragsverpflichtungen und gemeinnützigen Engagements zurückzuschrauben. Die BBC möchte, dass er die Kommentare von „Planet Earth III“ spricht, aber er wird 96 sein, wenn es so weit ist. Unterdessen steckt er den größten Teil seines beachtlichen Durchhaltevermögens in Aufrufe für radikale Maßnahmen gegen die Klimakrise und den Kampf gegen den Verlust der Biodiversität. Er wurde ausgewählt, auf dem UNO Klimagipfel 2018 in Polen vor Politikern aus fast 200 Nationen zu sprechen. Anfang 2019 stellte er in Davos die Weisheit eines immerwährenden ökonomischen Wachstums infrage: Nur „ein Verrückter oder ein Ökonom“ würde an dieser Vorstellung festhalten, sagte er.

Im Herbst 2019 startete Attenborough „Seven Worlds, One Planet“ mit einer anstrengenden Interviewrunde mit Journalisten aus sechs Kontinenten, während ein Polizeihubschrauber über Protestaktionen von Extinction Rebellion in den Straßen von London dröhnte. Als ich ihn bei der Premiere frage, ob es für ihn in Ordnung sei, dass seine Filme Extinction Rebellion inspirieren, antwortet er scharf: „Extinction Rebellion hat kein Monopol auf Menschen, denen der Planet wichtig ist. Das ist eine Gruppe, der der Planet wichtig ist, aber der Planet sollte jedem wichtig sein. Wir sind Bürger des Planeten. Wir dominieren ihn, und wir sollten ihn wichtig nehmen.“ Attenborough hat die Klimastreiks in den Schulen unterstützt und weist darauf hin, dass der Planet jetzt in jüngere Hände gehört. Er bleibt sichtlich fasziniert von allen Arten des Lebens und den sozialen Veränderungen, aber er hält instinktiv an der Rolle seines Lebens fest – als ein interessierter Beobachter, der einer neuen Generation zusieht, die lautstark einen Wandel des Umgangs mit der Umwelt fordert. „Ich bin alt, und sie sind jung. Sie haben ihre eigenen Techniken und ihr eigenes Ethos. Es ist ihre Welt, nicht meine.“

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